Einleitung
Backups gelten als letzte Rettung im Ernstfall.
Gerade mit Synology und „Active Backup for Business“ setzen viele Unternehmen auf eine einfache und zentrale Backup-Lösung.
Doch genau hier haben wir ein Problem entdeckt, das im schlimmsten Fall fatale Folgen haben kann.
Was ist passiert?
Ein Kunde meldete sich bei uns, weil sein Rechner plötzlich keine erfolgreichen Backups mehr durchgeführt hat.
Da so etwas gelegentlich vorkommen kann – beispielsweise durch Netzwerkprobleme oder offene Dateien – baten wir den Kunden zunächst, das Backup erneut auszuführen.
Doch auch der zweite Versuch brach bei etwa 98 % ab.
Daraufhin haben wir die Ursache genauer untersucht.
Die Ursache
Am Ende stellte sich heraus:
Die SSD im Rechner des Kunden hatte bereits Lesefehler.
Dadurch konnte das System bestimmte Daten nicht mehr korrekt auslesen, weshalb das Backup kurz vor Abschluss scheiterte.
Soweit eigentlich ein normaler Hardwaredefekt.
Das eigentliche Problem begann jedoch danach.
Das kritische Verhalten von Synology Active Backup
In den Backup-Einstellungen hatten wir definiert:
- maximal 5 Backup-Versionen
- ältere Versionen sollen automatisch gelöscht werden
Was wir dann feststellen mussten, war erschreckend:
Obwohl die letzten beiden Sicherungen fehlerhaft und unbrauchbar waren, wurden sie trotzdem als Version gespeichert.
Gleichzeitig entfernte das System ältere, funktionierende Backups aufgrund der Aufbewahrungsregel.
Am Ende waren nur noch:
- 3 brauchbare Backups
- 2 defekte Sicherungen
vorhanden.
Und genau hier liegt das eigentliche Problem:
Defekte Backups sollten niemals funktionierende Wiederherstellungspunkte ersetzen dürfen.
Denn ein beschädigtes Backup hat keinen echten Wert.
Warum das gefährlich ist
Im schlimmsten Fall bemerkt man diesen Fehler erst bei einer Wiederherstellung.
Dann stellt man fest:
- die aktuellen Sicherungen sind beschädigt
- ältere funktionierende Versionen wurden bereits gelöscht
- wichtige Daten lassen sich nicht mehr wiederherstellen
Damit verliert das gesamte Backup-Konzept seine Sicherheit.
Unsere Empfehlung
Wer Synology Active Backup for Business verwendet, sollte unbedingt zusätzliche Kontrollen einbauen.
Wichtig:
- Restore-Tests regelmäßig durchführen
- Backup-Logs prüfen
- Speicherzustand der Clients überwachen
- SMART-Werte kontrollieren
- Nicht zu wenige Versionen aufbewahren
- Zusätzliche Offsite-Backups verwenden
Fazit
Der Vorfall zeigt deutlich:
Ein „erfolgreich gespeichertes“ Backup ist nicht automatisch ein funktionierendes Backup.
Besonders kritisch wird es, wenn fehlerhafte Sicherungen trotzdem in die Versionsverwaltung aufgenommen werden und dadurch funktionierende Wiederherstellungspunkte verloren gehen.
Backups müssen nicht nur erstellt, sondern auch überprüft werden.
Denn nur ein getestetes Restore ist am Ende ein echtes Backup.
